Die Auswahl der richtigen Agentur entscheidet oft mehr über den Projekterfolg als das Budget selbst. Hier eine strukturierte Anleitung – von Warnsignalen bis zu den vertraglichen Punkten, die nach dem Launch zählen.

Rote Flaggen bei der Auswahl

  • Nur Screenshots, keine Ergebnisse. Ein Portfolio voller hübscher Bilder ohne eine einzige Zahl – Conversion-Verbesserung, Ladezeit, Ranking-Entwicklung – ist ein deutliches Warnsignal.
  • Das Gespräch startet bei Farben und Schriften, statt bei Zielen, Zielgruppe und Conversion-Pfad. Design ohne vorherige Strategie ist Dekoration, keine Verkaufsmaschine.
  • Auffällig günstige Pauschalpreise ohne Aufschlüsselung, was genau enthalten ist – meist bedeutet das: Template statt Individualarbeit, oder versteckte Nachforderungen später im Projekt.
  • Keine klare Aussage zu Zugriffsrechten. Wenn unklar bleibt, wem Domain, Hosting und CMS-Zugang nach dem Launch gehören, ist das ein strukturelles Abhängigkeitsrisiko.
  • Kein Ansprechpartner, nur ein Ticket-System. Bei einem Projekt dieser Tragweite sollte es eine feste Kontaktperson geben, nicht nur eine anonyme Warteschlange.

Fragen für das Erstgespräch

Prozess-Fragen

  • Wie läuft der Prozess von Kickoff bis Launch konkret ab, und wer ist in welcher Phase wofür verantwortlich?
  • Wie viele Feedback-Runden sind im Design-Prozess eingeplant?
  • Was passiert, wenn sich während des Projekts der Scope ändert?

Ergebnis-Fragen

  • Könnt ihr mir zwei bis drei Referenzprojekte mit messbaren Ergebnissen zeigen, nicht nur Bildern?
  • Wie geht ihr mit SEO/GEO-Grundlagen während der Umsetzung um?
  • Welche Performance-Ziele (Ladezeit, Core Web Vitals) sind Teil des Projekts?

Nach-Launch-Fragen

  • Was passiert, wenn ich nach dem Launch selbst Inhalte ändern will – brauche ich euch dafür?
  • Wer ist nach dem Launch für Sicherheitsupdates und technische Wartung zuständig?
  • Bekomme ich die vollen Zugriffsrechte auf Hosting, Domain und CMS?

Wie ein seriöses Angebot aufgebaut ist

Ein belastbares Angebot schlüsselt Design, Entwicklung, Content-Erstellung, CMS-Einrichtung und SEO-Setup einzeln auf, statt eine einzige Pauschale zu nennen. Es nennt einen realistischen Zeitrahmen mit Meilensteinen, nicht nur ein Enddatum. Und es macht transparent, was nach dem Launch passiert – Wartungsvertrag, Stundensatz für Änderungen, oder vollständige Übergabe an ein internes Team.

Vertragliche Punkte, die nach dem Launch geregelt sein sollten

  • Wer trägt Hosting-Kosten und wer verwaltet die Domain-Registrierung?
  • Wie schnell reagiert die Agentur bei einem technischen Problem – mit konkreter Reaktionszeit, nicht nur "schnellstmöglich"?
  • Gibt es einen Stundensatz für Änderungswünsche, oder ist ein monatliches Paket enthalten?
  • Was passiert mit den Zugangsdaten, wenn die Zusammenarbeit endet?

Diese Punkte gehören in den Vertrag, nicht in ein mündliches Versprechen – nach dem Launch verschiebt sich die Verhandlungsmacht spürbar zugunsten der Agentur, wenn nichts schriftlich fixiert ist.

Warnsignale während der Zusammenarbeit

Auch nach der Beauftragung lohnt sich Aufmerksamkeit: Scope Creep ohne Preisanpassung (immer mehr Extras "kostenlos" versprochen, was selten nachhaltig ist), fehlende Zwischenpräsentationen über Wochen hinweg, oder Kommunikation, die plötzlich nur noch über Junior-Mitarbeitende ohne Entscheidungsbefugnis läuft. Keines davon ist automatisch ein Abbruchgrund – aber jedes davon verdient eine direkte Nachfrage.

Fazit: Die richtige Frage vor der Unterschrift

Eine Agentur, die auf all diese Fragen eine klare Antwort hat – auch wenn eine Antwort lautet "das übernehmen wir, das kannst du gerne selbst machen" – ist in unserer Erfahrung der zuverlässigere Partner als eine, die nur das schönste Angebot schickt. Die wichtigste Frage vor der Unterschrift ist selten "wie viel kostet es", sondern "was passiert, wenn etwas nicht wie geplant läuft".