Die kurze Antwort

Ein gutes LinkedIn-Profil zeigt in wenigen Sekunden, wem du hilfst und warum das relevant ist. Dafür zählen vor allem vier Stellen: die Headline, das Bannerbild, die ersten Zeilen im Info-Bereich und der Bereich „Im Fokus“. Schreib alles aus Sicht deiner Zielgruppe, nicht wie einen Lebenslauf. Unten findest du dafür ein komplettes Vorher/Nachher-Beispiel.

Was unterscheidet ein Profil von einem Lebenslauf?

Ein Lebenslauf zählt auf, was du gemacht hast. Ein Profil muss beantworten, was der Besucher davon hat. Ein möglicher Kunde will wissen: Hilft mir diese Person bei meinem Problem? Ist sie glaubwürdig? Wie komme ich ins Gespräch?

Besucher sehen dein Profil fast immer in derselben Reihenfolge: Bild und Banner, dann die Headline, dann den Info-Bereich und „Im Fokus“. Erst danach scrollen sie zur Erfahrung. Genau in dieser Reihenfolge gehen wir die Elemente durch.

Wie sollten Profilbild und Bannerbild aussehen?

Das Profilbild sollte aktuell sein und dein Gesicht gut zeigen. Ein neutraler Hintergrund und freundlicher Blick reichen. Kein Urlaubsfoto und kein zehn Jahre altes Bewerbungsfoto.

Das Bannerbild wird oft vergessen. Dabei ist es die größte freie Fläche im Profil. LinkedIn empfiehlt 1.584 × 396 Pixel als JPG oder PNG unter 8 MB [1]. Statt eines Stockfotos gehört hier ein kurzes Nutzenversprechen hin, wie oben auf einer Landingpage. Lass unten links Platz frei, dort liegt dein Profilbild über dem Banner.

Wie schreibst du eine gute LinkedIn-Headline?

„Geschäftsführer bei Musterfirma GmbH“ beantwortet keine Frage, die ein Besucher hat. Eine gute Headline folgt eher diesem Muster: wem du hilfst, wobei du hilfst und, wenn es passt, wie.

Die Headline erscheint neben jedem Kommentar und jeder Anfrage von dir. Sie ist damit der Text, den die meisten Menschen von dir lesen. Die ersten Wörter sind dabei am wichtigsten, weil LinkedIn die Headline an vielen Stellen abschneidet.

Was gehört in die ersten Zeilen des Info-Bereichs?

LinkedIn zeigt vom Info-Bereich nur die ersten Zeilen. Danach müssen Besucher auf „mehr anzeigen“ klicken. Diese Zeilen entscheiden, ob jemand weiterliest. Eine Struktur, die sich bewährt hat:

  • Zeile 1: Sprich deine Zielgruppe direkt an oder nenne ihr Problem.
  • Danach: Wie du das Problem löst und mit welchem Ergebnis.
  • Belege: ein bis zwei konkrete Projekte, Kunden oder Zahlen.
  • Zum Schluss: eine einfache Handlung, etwa „Schreib mir eine Nachricht“.

Wie nutzt du den Bereich „Im Fokus“?

Viele Profile lassen diesen Bereich leer. Dabei kannst du laut LinkedIn eigene Beiträge, Artikel, Dokumente, Medien und externe Links anheften [2]. Es gibt keine feste Obergrenze für die Zahl der Einträge [2]. Sinnvoll sind aber zwei bis vier, damit das Wichtigste vorne steht.

Gute Kandidaten: dein stärkster Beitrag, eine Fallstudie als PDF, eine Kundenstimme als Bild oder ein Link zu deiner Website. Es ist die einzige Stelle im Profil, an der du selbst bestimmst, was Besucher zuerst sehen.

Wie formulierst du Erfahrung als Ergebnis?

„Verantwortlich für Marketing-Aktivitäten“ ist eine Aufgabe. „Marketing-Budget auf Kampagnen mit messbarem Ergebnis umgestellt“ ist ein Ergebnis. Nenne pro Station mindestens einen konkreten Erfolg. Wenn du Zahlen nicht öffentlich nennen darfst, hilft schon eine Größenordnung oder ein Vorher/Nachher.

Wie viele Empfehlungen und Kompetenzen brauchst du?

Empfehlungen von echten Kunden oder Kollegen wirken glaubwürdiger als jede Selbstbeschreibung. Aus unserer Erfahrung reichen drei bis fünf gezielt erbetene Empfehlungen. Bitte die Leute, ein konkretes Ergebnis zu beschreiben statt allgemeiner Nettigkeiten. Bei den Kompetenzen gilt: Kürze die Liste auf das, was für deine Zielgruppe zählt.

Wie sieht das konkret aus? Ein Vorher/Nachher-Beispiel

Beispiel (fiktiv): Sandra führt einen IT-Dienstleister mit zwölf Leuten in der Region Stuttgart. Ihre Kunden sind Handwerksbetriebe. Über LinkedIn will sie Inhaber und Büroleitungen solcher Betriebe erreichen. So könnte ihr Profil vorher und nachher aussehen:

Headline

Vorher: „Geschäftsführerin bei Muster IT GmbH“

Nachher: „IT für Handwerksbetriebe | Ich sorge dafür, dass Büro, Baustelle und Server einfach laufen | Geschäftsführerin Muster IT“

Vorher steht nur die Rolle da. Nachher wissen Besucher sofort, für wen Sandra arbeitet und welches Problem sie löst. Der Firmenname rückt nach hinten.

Bannerbild

Vorher: Stockfoto mit Serverraum in Blau.

Nachher: Foto von Sandra auf einer Baustelle mit Tablet, daneben der Satz „IT, die im Handwerk einfach funktioniert. Region Stuttgart.“

Erste Zeilen im Info-Bereich

Vorher: „Seit über 15 Jahren bin ich in der IT-Branche tätig und habe in dieser Zeit vielfältige Erfahrungen in den Bereichen Netzwerk, Server und Support gesammelt.“

Nachher: „Dein Büro steht still, weil der Server streikt, und auf der Baustelle fehlen die Pläne? Genau das lösen wir für Handwerksbetriebe zwischen 5 und 50 Mitarbeitern.“

Vorher geht es um Sandra. Nachher geht es um das Problem des Lesers. Der Rest des Info-Bereichs nennt dann Leistungen, zwei Kundenprojekte und eine einfache Einladung zum Gespräch.

„Im Fokus“

Vorher: leer.

Nachher: eine Checkliste „IT-Sicherheit im Handwerksbetrieb“ als PDF, ein Beitrag über einen Server-Ausfall und wie er gelöst wurde, ein Link zur Website.

Erfahrung

Vorher: „Geschäftsführung, Kundenbetreuung, Projektleitung“

Nachher: „Betreue rund 40 Handwerksbetriebe in der Region. Einführung einer Cloud-Lösung, mit der Baustellen-Teams Pläne mobil abrufen statt sie auszudrucken.“

Alle Namen und Zahlen in diesem Beispiel sind erfunden. Das Muster dahinter ist aber übertragbar: Jedes Element beantwortet eine Frage, die ein Kunde hat, statt eine Station im Lebenslauf zu beschreiben.

Welche Kleinigkeiten werden oft vergessen?

  • Eigene Profil-URL. Statt einer Zahlenkette kannst du eine eigene Adresse wählen, etwa deinen Namen. Laut LinkedIn darf der eigene Teil 3 bis 100 Zeichen lang sein, ohne Leerzeichen und Sonderzeichen [3]. Ändern kannst du ihn bis zu fünf Mal in sechs Monaten [3]. Die URL gehört auf Visitenkarte, E-Mail-Signatur und Website.
  • Kontaktinfos. Trag deine Website ein. Sonst muss ein Interessent dich erst suchen.
  • Aktivität. Ein gutes Profil ohne einen einzigen Beitrag wirkt verlassen. Ein Beitrag oder ein paar gute Kommentare pro Woche reichen, damit es lebendig aussieht. Wie das geht, steht im Artikel Social Selling & Personal Brand.

Wie testest du, ob dein Profil funktioniert?

Mach den Fünf-Sekunden-Test. Zeig dein Profil jemandem aus deiner Zielgruppe für fünf Sekunden. Dann frag: Was macht diese Person, und für wen? Kommt die Antwort nicht sofort, sind Headline oder Banner noch zu unklar.

Danach zählen echte Reaktionen. Achte in den Wochen nach der Überarbeitung auf zwei Dinge: Nehmen mehr Leute deine Anfragen an? Und melden sich Leute aus deiner Zielgruppe von selbst? Wenn beides steigt, wirkt das neue Profil. Wenn nicht, liegt es oft an der Zielgruppe und nicht am Profil.

Was solltest du im Profil weglassen?

  • Leere Selbstbeschreibungen wie „leidenschaftlich“, „ergebnisorientiert“ oder „Teamplayer“. Das schreibt jeder, und niemand glaubt es ohne Beleg.
  • Jede Station seit der Ausbildung in voller Länge. Alte Stationen dürfen kurz bleiben. Ausführlich wird es dort, wo es für deine heutigen Kunden zählt.
  • Lange Kompetenz-Listen mit Dutzenden Einträgen. Sie verwässern das Bild, statt es zu schärfen.
  • Widersprüche zur Website. Wenn Profil und Website verschiedene Angebote nennen, wirkt beides unsicher.

Die Kurzversion als Checkliste

  • Aktuelles Profilbild, Gesicht gut erkennbar, neutraler Hintergrund
  • Bannerbild mit Nutzenversprechen, 1.584 × 396 Pixel, unten links frei
  • Headline: wem du hilfst und wobei, das Wichtigste in den ersten Wörtern
  • Info-Bereich: Problem der Zielgruppe in Zeile 1, dann Lösung, Belege, Handlung
  • „Im Fokus“ mit zwei bis vier starken Inhalten bestücken
  • Erfahrung als Ergebnis formulieren, nicht als Aufgabe
  • Drei bis fünf konkrete Empfehlungen, Kompetenzen auf die Zielgruppe kürzen