Die kurze Antwort

Premium Career und Premium Business sind für dein eigenes Profil gedacht. Sales Navigator ist ein eigenes Werkzeug für gezielte Kundensuche im B2B. Laut LinkedIn kostet Sales Navigator Core ab 120,99 € im Monat oder 1.088,88 € im Jahr pro Lizenz, Advanced ab 148,21 € bzw. 1.693,88 €, jeweils ggf. zzgl. Umsatzsteuer [1]. Advanced Plus gibt es nur auf Anfrage.

Sales Navigator lohnt sich, wenn du jede Woche gezielt neue Kontakte suchst und eine klare Zielgruppe hast. Ohne diese beiden Dinge bezahlst du für eine lange Namensliste.

Wichtig: LinkedIn ändert Preise, Funktionen und Pläne regelmäßig. Alle Angaben hier stammen von LinkedIns eigenen Seiten, abgerufen im Oktober 2026. Prüf vor dem Kauf die aktuellen Konditionen.

Welche LinkedIn-Pläne gibt es überhaupt?

LinkedIn bietet mehrere kostenpflichtige Pläne an, die sich an ganz unterschiedliche Ziele richten [2]. Für den B2B-Vertrieb sind vier davon relevant:

  • Premium Career hilft laut LinkedIn, eingestellt zu werden und beruflich voranzukommen. Für Vertrieb ist der Plan kaum relevant. Er enthält 5 InMails pro Monat [3].
  • Premium Business liefert Unternehmens-Einblicke und Profil-Funktionen für Selbstständige und Führungskräfte. Er enthält 15 InMails pro Monat [3].
  • Sales Navigator ist das eigentliche Werkzeug für Lead-Suche, mit eigener Oberfläche, Lead- und Account-Listen sowie Alerts [2]. Er enthält 50 InMails pro Monat [1].
  • Recruiter Lite ist für die Personalsuche gebaut. Für Kundensuche ist er die falsche Wahl.

Daneben gibt es Premium All-in-One und Premium für Unternehmensseiten [2]. Beide zielen eher auf Sichtbarkeit von Firma und Profil als auf gezielte Kundensuche.

Was kann Sales Navigator, was die normale Suche nicht kann?

  • Erweiterte Suche. Laut LinkedIn mehr als 50 Filter [1], etwa nach Position, Firmengröße, Branche, Region oder Zeit im aktuellen Job.
  • Lead- und Account-Listen. Du speicherst Personen und Firmen und siehst Änderungen auf einen Blick.
  • Mitteilungen. Hinweise bei Jobwechseln oder neuen Beiträgen deiner gespeicherten Leads [1]. Ein Jobwechsel ist oft ein guter Anlass für ein Gespräch.
  • Relationship Explorer und Account-Planung. Zeigen, wer im Zielunternehmen relevant ist und wo dir Kontakte fehlen [1].
  • InMails. 50 pro Monat an Personen außerhalb deines Netzwerks [1]. Details zu Credits und Grenzen stehen im Artikel LinkedIn Limits.

Core, Advanced oder Advanced Plus: was ist der Unterschied?

Sales Navigator gibt es in drei Stufen. Die Tabelle zeigt, was LinkedIn auf seiner Vergleichsseite pro Stufe angibt [1]. Preise gelten pro Lizenz, als Startpreis und ggf. ohne Umsatzsteuer.

FunktionCoreAdvancedAdvanced Plus
Gedacht füreinzelne VertriebsprofisVertriebsteamsTeams mit CRM
Preis monatlichab 120,99 €ab 148,21 €auf Anfrage
Preis jährlichab 1.088,88 €ab 1.693,88 €auf Anfrage
InMails pro Monat505050
Über 50 Suchfilterjajaja
Relationship Explorer, Account-Planung, Mitteilungenjajaja
Account IQ und Lead IQ (KI-Recherche)–jaja
Kaufinteresse (Buyer Intent)–jaja
TeamLink und Smart Links–jaja
Nachrichtenassistent (Beta)–jaja
Team-Lizenzen und zentrale Abrechnung–jaja
Teamberichte–jaja, plus eigene ROI-Berichte
Kundenportfolio hochladen–CSVCSV und CRM-Import
CRM-Integration (u. a. Salesforce, HubSpot, Dynamics)––ja

Die KI-Funktionen gibt es laut LinkedIn nur in ausgewählten Sprachen [1]. Bei jährlicher Zahlung sparst du laut LinkedIn 25 % bei Core und 6 % bei Advanced [1]. Umgerechnet kostet Core im Jahresabo rund 91 € im Monat, Advanced rund 141 €.

Was heißt das für die Wahl?

  • Core reicht, wenn eine Person allein sucht und Leads in einer eigenen Liste oder einem einfachen CRM pflegt.
  • Advanced lohnt sich, sobald mehrere Leute im Vertrieb dieselben Firmen bearbeiten. TeamLink zeigt dann, wer im Team schon jemanden im Zielunternehmen kennt.
  • Advanced Plus ist für Teams, die Leads direkt aus Sales Navigator ins CRM schreiben wollen. Das spart Abtippen, kostet aber mehr Einrichtung.

Was kostet das für ein kleines Team?

Beispielrechnung (fiktiv, mit LinkedIns Listenpreisen [1], ohne Umsatzsteuer und Rabatte): Ein Vertrieb mit drei Personen will gemeinsam 200 Zielfirmen bearbeiten.

VarianteRechnungPro Jahr
3 × Core, jährlich3 × 1.088,88 €3.266,64 €
3 × Advanced, jährlich3 × 1.693,88 €5.081,64 €
3 × Advanced, monatlich3 × 148,21 € × 125.335,56 €

Der Aufpreis für Advanced liegt hier bei rund 1.800 € im Jahr. Die Frage ist also: Bringt TeamLink im Jahr mehr als ein, zwei zusätzliche Termine? Bei drei Leuten, die dieselben Firmen ansprechen, ist die Antwort aus unserer Projekterfahrung oft ja. Bei drei Leuten mit getrennten Gebieten oft nein.

Für wen lohnt sich Sales Navigator?

Sales Navigator rechnet sich, wenn alle drei Punkte zutreffen:

  • Du weißt genau, welche Firmen und welche Rollen du ansprechen willst.
  • Du suchst jede Woche aktiv nach neuen Kontakten, nicht nur alle paar Monate.
  • Die kostenlose Suche stößt an ihre Filtergrenzen, oder Listen in Tabellen werden unübersichtlich.

Für wen lohnt er sich (noch) nicht?

Wer noch keine klare Zielgruppe hat, zahlt für Funktionen, die er nicht nutzt. Das Gleiche gilt, wenn du nur eine Stunde pro Woche für Outreach hast. Und wenn deine Kontakte vor allem über eigene Beiträge entstehen, bringt ein starkes Profil mehr als ein Suchwerkzeug. Wie das geht, steht im Artikel Social Selling & Personal Brand.

Ein guter Test: Nutze die kostenlose Suche einen Monat lang konsequent. Notier dir jedes Mal, wenn dir ein Filter fehlt. Ist die Liste nach vier Wochen lang, ist Sales Navigator eine gute Investition. Bleibt sie leer, brauchst du ihn noch nicht.

Kann ich Sales Navigator kostenlos testen?

Ja. Laut LinkedIn gibt es eine kostenlose Probeversion für Core und Advanced [1]. Sie gilt für Mitglieder, die gerade kein bezahltes LinkedIn-Abo haben und in den letzten 365 Tagen keine Probeversion genutzt haben [1]. Du musst dafür eine Kreditkarte angeben. LinkedIn erinnert dich sieben Tage vor Ablauf per E-Mail [1]. Kündigst du nicht, läuft das Abo kostenpflichtig weiter.

Plan den Test deshalb vorher. Leg die Zielgruppe fest, bevor du startest. Sonst verbringst du die Testphase mit Ausprobieren statt mit echten Kontakten.

Wie richtest du Sales Navigator in der ersten Woche ein?

So gehen wir in Projekten vor. Die Mengen sind Praxiswerte, keine Vorgaben von LinkedIn:

  1. Account-Liste anlegen. 50 bis 200 Zielfirmen, die wirklich zu deinem Angebot passen.
  2. Lead-Listen pro Rolle. Zum Beispiel eine Liste für die Geschäftsführung und eine für die Vertriebsleitung.
  3. Gespeicherte Suchen. Zwei, drei Suchen mit festen Filtern, damit neue passende Personen von selbst auftauchen.
  4. Tägliche Routine. 15 Minuten Mitteilungen durchgehen: Jobwechsel, neue Beiträge, Neuigkeiten der Firmen.
  5. Messen. Nach vier Wochen zählen: Wie viele Anfragen wurden angenommen, wie viele Gespräche sind entstanden?

Wichtig: Sales Navigator ist ein Werkzeug zum Finden. Die Nachrichten schreibst du selbst. Software, die LinkedIn automatisiert oder Daten ausliest, verbietet LinkedIn ausdrücklich [4].

Welche Fehler sehen wir am häufigsten?

  • Zu breite Suchen. Eine Liste mit 5.000 Treffern bearbeitet niemand. Lieber 150 Firmen, die wirklich passen.
  • Nur InMails, keine Vernetzung. InMails sind begrenzt. Eine gute Verbindungsanfrage mit Notiz ist oft der bessere erste Schritt.
  • Lizenzen ohne Routine. Eine Lizenz für jeden im Team bringt nichts, wenn niemand täglich reinschaut. Starte mit den Leuten, die wirklich suchen.
  • Keine Verbindung zum CRM. Wenn Leads nur in Sales Navigator liegen, gehen sie bei einem Personalwechsel verloren. Übertrag zumindest die wichtigsten Kontakte regelmäßig.

Warum ersetzt Sales Navigator keine Strategie?

Das Tool findet Kontakte schneller. Es sagt dir aber nicht, wen du ansprechen solltest und mit welcher Botschaft. Ohne klares Zielkundenprofil liefert auch die beste Filterliste nur Namen.

Was vorher stehen sollte: eine kurze Beschreibung der idealen Kundenfirma, die zwei, drei Rollen, die kaufen, und ein konkreter Anlass für die erste Nachricht. Ein Jobwechsel, eine neue Stelle im Vertrieb oder ein Beitrag zum eigenen Thema sind solche Anlässe. Mit dieser Grundlage wird Sales Navigator zum Beschleuniger. Ohne sie bleibt er eine teure Kontaktliste.

Genau dieses Zusammenspiel aus Zielkunden, Signalen und dem richtigen Zeitpunkt ist der Kern von GTM Engineering.